Mit dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) schuf die Bundesregierung am 1. April 2000 ein Marktanreizprogramm um unter anderem die Etablierung einer deutschen Solarindustrie in der Startphase mit finanzieller Unterstützung zu fördern. Damit löste das EEG das bislang wirksame Stromeinspeisegesetz (StromEinspG) vom 7. Dezember 1990 ab.

Ziel war es, eine Branche für regenerative Energieproduktion zu schaffen, die international marktfähig sein und über Zuliefer, Logistik-Unternehmen und Dienstleistern den Arbeitsmarkt direkt und indirekt entlasten und stärken würde. Die regenerativen Energien bedeuten also einen wichtigen Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft auf vielen Ebenen. Das EEG soll die junge Branche solange unterstützen, bis sie marktreif ist und eine Photovoltaik Förderung durch ein EEG nicht mehr notwendig ist. Um ein gesundes Wachstum bis zur Marktreife zu ermöglichen und gleichzeitig vereinfacht gesagt die unrentablen Betriebe über die Marktmechanismen auszusortieren, wurde die Förderungsperiode bis 2015 ausgelegt.

Diese Unterstützung erfolgt in erster Linie über eine garantierte Einspeisevergütung für den Stromproduzenten, wobei die Höhe des Entgelts in Cent pro Kilowattstunde kWh gemäß den §§ 6 bis 11 EEG abhängig ist von der Stromquelle, der Leistung der Anlage und dem Jahr der Inbetriebnahme. Seitdem ist das EEG einige Male überarbeitet und aktualisiert worden, wobei zwei wichtige Novellen in den Jahren 2004 und 2009 die hauptsächlichen Anpassungen an die realen Marktverhältnisse beinhalten. Heute ist die Vergütung folgendermaßen gegliedert:

Mindestvergütungssätze für Strom aus Photovoltaik von 2004 bis 2013 in Cent je kWhDie Werte beziehen sich gemäß der Fassung vom Juli 2004 des § 11 EEG auf Neuanlagen.
Jahr der Inbetriebnahme Leistung
bis 30 kW
Leistung
ab 30 kW
Leistung
ab 100 kW
Freistehende Flächen und andere Anlagen, ohne Leistungsgrenze
2004 57,40 54,60 54,00 45,70
2005 54,53 51,87 51,30 43,42
2006 51,80 49,28 48,74 40,60
2007 49,21 46,82 46,30 37,96
2008 46,75 44,48 43,99 35,49
2009 44,41 42,26 41,79 33,18
2010 42,19 40,15 39,70 31,02
2011 40,08 38,14 37,72 29,00
2012 38,08 36,23 35,83 27,12
2013 36,18 34,42 34,04 25,36

Bonus für Fassadenanlagen: 5 Cent je kWh

Photovoltaik Förderung: Art und Grundlagen der Berechnung von Vergütungssätzen

Die Berechnung der endgültigen Vergütungssätze erfolgt gemäß den oben dargestellten Stufen je nach Leistung der Anlage. Der Gesetzgeber unterscheidet dabei nicht zwischen privaten und gewerblichen Betreibern in der Vergütung; gewerbliche Betreiber genießen jedoch oftmals andere Vorzüge, etwa günstigere Steuerentlastungen für Investitionen in Neuanlagen.

Rechenbeispiele für die Förderung von Photovoltaikanlagen nach der ersten EEG-Novelle

Dies sind einige Berechnungsbeispiele, die das Bundesumweltministerium in einem Arbeitsblatt zu den Mindestvergütungssätzen nach EEG vom 21. Juli 2004 zur Erläuterung aufführt:

Beispiel 1
PV-Anlage mit 3 kW Leistung auf dem Dach eines Wohngebäudes, Inbetriebnahme 2004
Mindestvergütung 57,40 Cent je kWh
Beispiel 2
PV-Anlage mit 40 kW Leistung auf dem Dach eines Gewerbebaus, Inbetriebnahme 2004
Mindestvergütung für den Leistungsanteil bis 30 kW(entspricht 75 Prozent der Produktion) 57,40 Cent je kWh
Mindestvergütung für den Leistungsanteil ab 30, bis 40 kW
(entspricht 25 Prozent der Produktion)
54,60 Cent je kWh
Durchschnittliche Mindestvergütung
(0,75 x 57,40) + (0,25 x 54,60)
56,70 Cent je kWh
Beispiel 3
Gebäudeintegrierte PV-Fassadenanlage mit 40 kW Leistung am Gewerbebau, Inbetriebnahme 2004
Mindestvergütung für den Leistungsanteil bis 30 kW(entspricht 75 Prozent der Produktion) 62,40 Cent je kWh
Mindestvergütung für den Leistungsanteil ab 30, bis 40 kW
(entspricht 25 Prozent der Produktion)
59,60 Cent je kWh
Durchschnittliche Mindestvergütung
(0,75 x 62,40) + (0,25 x 59,60)
61,70 Cent je kWh

Quelle: www.bmu.de // BMU / Z III 1, Stand Juli 2004

Was bedeutet Degression bei der Photovoltaik Förderung?

Um weitere Anreize für eine schnelle Verteilung der Fördermittel und damit eine möglichst effiziente Förderungsstruktur zu schaffen, wurde eine konstante Degression von 5,0 Prozent für die Mindestvergütung bei der Stromproduktion aus Photovoltaik beschlossen:

Das bedeutet, dass im Vergleich zum Vorjahr jeweils eine um fünf Prozent geringere Mindestvergütung für die Einspeisung aus Solarstrom bei einer vergleichbaren Anlage garantiert wird: So fällt beispielsweise die Einspeisevergütung für eine Anlage bis 30 kW bei Inbetriebnahme im Jahr 2005 mit 54,53 Cent je Kilowattstunde um fünf Prozent geringer aus als die Vergütung im Vorjahr mit 57,40 Cent je kWh.

Eine Ausnahme bilden jene Flächen für die solare Stromproduktion, die ausschließlich an oder auf einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand angebracht wurden. Für diese Flächen gilt seit 1. Januar 2006 eine Degression von 6,5 Prozent.